Generation 65+ | Rauchen, Feinstaub, Luftverschmutzung… Gefahren für unsere Lunge

Wir sind alle damit tagtäglich konfrontiert und müssen zur Kenntnis nehmen, unsere Atemluft, besonders in der Stadt, ist rund um die Uhr mit Feinstaub, Pollen und Abgasen belastet. Prim. Dr. Bernd Lamprecht (Vorstand Abt. Lungenheilkunde im KUK) zeigt im Gespräch und mit Unterstützung von Bildern, Diagrammen und kurzen Filmen auf, wie gefährlich unsere Atemluft schon dauern belastet ist. Es ist damit mehr als unverständlich, um nicht zu sagen provokant, wenn heute die zuständigen Politiker nach wie vor, das Rauchen als Privatvergnügen abtun. Über 500.000 ÖsterreicherInnen haben bereits für ein Rauchverbot in Gaststätten unterschrieben. Und die Verantwortlichen zögern die Entscheidung für ein Rauchverbot auf Jahre hinaus.

von schramböck franz / am 31.08.2018

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Permanenter Sauerstoff für Raucher

Lungenprimar Bernd Lamprecht und COPD-Patient und Autor Wolfgang Bankowsky (re.) © Bild: Harald Dostal

Vortrag. Lungen-Primar Lamprecht über die katastrophalen Folgen des Rauchens: Schäden bleiben lebenslang

Der Saal im Med Campus III (ehemals AKH Linz) war voll. Manche Zuhörer hatten Röhrchen in der Nase, sie benötigen permanente Sauerstoffzufuhr. Der Zustrom zu m Vortrag von Primar Bernd Lamprecht Dienstagabend überraschte Kenner nicht, denn COPD ist nach Herzinfarkt und Schlaganfall die dritthäufigste Krankheit. Rund 10 bis 15 Prozent aller Erwachsenen leiden an „chronisch obstruktiver Bronchitis“ (COPD), rund ein Viertel müssen ab dem 40. Lebensjahr an Einschränkungen beim Atmen ertragen.
Lamprecht, Vorstand der Klinik für Lungenheilkunde, nannte die Dinge beim Namen. Hauptrisikofaktor ist das aktive Rauchen, weiters Staub am Arbeitsplatz, passives Rauchen und Luftverschmutzung. „Eine Zigarette kostet fünf bis 15 Minuten Lebenszeit. Wer ein Jahr lang täglich ein Packerl Zigaretten raucht, kippt sich eine Kaffeetasse voll Teer in die Lunge“, schilderte der Primar die Folgen. Die Lunge sei dann nicht mehr hell, sondern dunkelbraun bis schwarz, eine klassische Raucherlunge eben. Die Lungenfunktion ändert sich jedes Jahr, ab dem Höhepunkt im Alter von 25 Jahren geht es stetig bergab. Besonders steil ab dem 40. Lebensjahr. Je mehr geraucht wird, umso schneller geht es. „Das, was durch Rauchen zerstört wird, bleibt zerstört, denn die Lunge wächst nicht nach.“
COPD wirke nicht nur schädlich auf den Körper, sondern auch auf die Psyche. „Das ist ein Wechselspiel.“ Lamprecht gestand ein, dass man noch sehr wenig über COPD weiß. „Wir kennen derzeit nur die Spitze des Eisberges, ein Großteil der Krankheit ist noch im Verborgenen.“

Ein Lob gab es vom Klinikvorstand für den Journalisten Wolfgang Bankowsky, der über seine COPD das Buch „Der schnaubende Wolf“ geschrieben hat. Bankowsky, bis vor 13 Jahren ein starkes Raucher, las aus seinem Büchlein vor und beeindruckte mit seinem täglichen Ringen mit der Krankheit. Immerhin ist er mit seinem Werk an der Spitze der Amazon-Liste.

Vortrag und Lesung Kepler-Uniklinikum Linz – 15. Mai 2018

Kepler-Uniklinikum Linz/15. Mai 2018:
Vortrag von Primar Dr. Bernd Lamprecht und
Lesung aus dem Buch „Der schnaubende Wolf“ von Wolfgang Bankowsky

100 Interessierte, mehrheitlich COPD-Kranke, waren der Einladung des Leiters der Klinik für Lungenheilkunde am Kepler-Uniklinikum Linz, Primar Dozent Dr. Bernd Lamprecht, am 15. Mai gefolgt. Ein aufschlussreicher Vortrag des anerkannten Lungenfacharztes und eine Lesung aus dem COPD-Buch eines Betroffenen „Der schnaubende Wolf“ von Wolfgang Bankowsky standen auf dem Programm.

Viele der COPD-Leidenden waren mit ihren Sauerstoffgeräten gekommen, viele von weit her angereist. Auch Ärzte waren im Publikum. Die Presse war ebenfalls präsent.

Dr. Lamprecht erklärte in einem sehr anschaulich präsentierten Vortrag die „Chronisch obstruktive Bronchitis“, ihre Ursachen, Auswirkungen und die für die Patienten oft dramatischen Folgen. Er informierte auch über Medikamente und Neuheiten der Behandlung dieser Volkskrankheit, die schon an dritte Stelle der Todesursachen hinter Herzinfarkt und Schlaganfall gerückt ist. Auch neue Medikamente kamen zur Sprache.

Danach leitete Dr. Lamprecht auf Wolfgang Bankowsky über. Der COPD-Patient las aus seinem motivierenden neuen Buch „Der schnaubende Wolf“, das Erkrankten wertvolle Tipps gibt, Eigeninitiativen im Teamwork mit dem Lungenfacharzt zu ergreifen, sich von der Couch zu erheben und körperlich wie mental aktiv zu werden. Dr. Lamprecht bezeichnete den Autor als Vorbild dafür, sich mit COPD zu beschäftigen und Erfolge zu erzielen.

Die Veranstaltung wurde von den den COPD-Kranken als sehr informativ und motivierend beurteilt. Danach boten sich noch persönliche Gespräche und Erfahrungsaustausch mit dem Lungenmediziner Lamprecht und dem „COPD-Praktiker“ Bankowsky.

Fotos: Kepleruniklinikum/Klinik für Lungenheilkunde